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Kleist-Archiv Heilbronn stellt Domke-Lustspiel ins Regal

„Der zerdepperte Pott“: Premierenberichte in den Medien setzten Archivare auf die Spur der neuen Domke-Komödie

Das Heinrich von Kleist-Archiv Sembdner in Heilbronn interessiert sich für die neue Mondpalast-Komödie „Der zerdepperte Pott“, die Hausautor Sigi Domke nach der Vorlage des bekanntesten Lustspielklassikers deutscher Sprache verfasst hat. Uraufgeführt wurde die Domke-Adaption am 19. Oktober - fast auf den Tag genau am 240. Geburtstag von Heinrich von Kleist, der laut Kirchenbuch am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren wurde. Domkes Textbuch wurde jetzt offiziell in das Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn aufgenommen. Die angesehene Einrichtung macht seit 1991 Informationen über Leben und Werk des großen Dramatikers, Lyrikers und Autors der Öffentlichkeit zugänglich.

Mondpalast-Hausautor Sigi Domke freut sich sehr über die Anfrage. Er hat ein Händchen dafür, klassische Vorlagen erfolgreich ins Ruhrgebiet zu transportieren und dabei verblüffend nah am Original zu bleiben. „Ronaldo & Julia“, die Premierenkomödie des Mondpalasts, verlegte die Liebestragödie von Shakespeare ins unversöhnliche Fußballmilieu der Schalke- und Borussia Dortmund-Fans. „Othello – der Schwatte von Datteln“, ebenfalls frei nach Shakespeare, erzählt von Irrungen, Wirrungen und Intrigen auf einem Wochenmarkt in den 1950er Jahren.

Machtmissbrauch – immer aktuell

Kleists Klassiker „Der zerbrochne Krug“ siedelte Domke im Dunstkreis des 1. FC Hinter Marl an. Aus dem Dorfrichter Adam machte der Dramaturg den Vereins-Präsidenten des Fußballkreisligisten, der beim sexuellen Angriff auf die hübsche Tochter einer Vereinskollegin erwischt wird und bei der Flucht vom Tatort den Mittelrhein-Pokal, die Reliquie des Vereins, zerdeppert. „Das Thema Machtmissbrauch in Kleists Vorlage ist nach wie vor aktuell“, erzählt Domke mit einem Seitenblick auf die Enthüllungen um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. „Bei so einer guten Vorlage ging die Arbeit am Stück schnell. Das Skript war in wenigen Wochen fertig.“

Aus der Zeitung vom Mondpalast erfahren

Die Premiere von „Der zerdepperte“ Pott erzeugte ein großes Medieneche. Da wundert es kaum, dass Günther Emig, Direktor des Kleist-Archiv Sembdner in Heilbronn, aus der Zeitung auf die Ruhrgebietsversion von „Der zerbrochne Krug“ aufmerksam wurde: „Wir beobachten die deutsche Medienlandschaft und haben so von Kleist-Bearbeitung für den Mondpalast erfahren.“ Seit 1991 sammelt das Archiv, das auf der Sammlung des Kleist-Forschers Helmut Sembdner basiert, alles rund um den deutschen Literaten. „Wir besitzen über 6.500 Bücher zu Kleist, sammeln Sekundärliteratur, Comics und sogar Andenken wie Mouse-Pads mit Kleist-Porträt“, beschreibt Emig seine Sammlung. Kleist-Bearbeitungen stehen dort bereits in zehn deutschen Mundarten im Regal. Autor Sigi Domke: „Ich freue mich, dass jetzt auch der Mondpalast im Archiv vertreten ist.“

Alle Urheberrechte liegen beim Mondpalast von Wanne-Eickel.
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