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Sigi Domke

Viel Lustiges entsteht im Kopf von Sigi Domke. Warum und wieso, weiß, wenn überhaupt, nur sein Gehirn und vielleicht noch ein dafür verantwortliches höheres Wesen. „Es passiert einfach“, sagt der Autor mit den Spezialgebieten „Humor“ und „Ruhrgebiet“. Und weil es immer wieder passiert und dabei wunderbare Theaterstücke entstehen, ist er mittlerweile der bekannteste Komödienschreiber der Region.

Das war Sigi Domke im Geburtsjahr 1957 wahrlich nicht in die Wiege gelegt worden. Er kam nämlich in einem Dorf in Polen im ehemaligen Hinterpommern zur Welt, weitab vom Ruhrpott und ohne einen einzigen Bergmann in der Umgebung. Mit dem Frischling im Gepäck durfte die Familie, nach überstandenen Nachkriegswirren, endlich in die Bundesrepublik übersiedeln und landete im Essener Arbeiter-Stadtteil Schonnebeck. „Da muss ich schon als Kind mit offenen Ohren rumgelaufen sein“, erzählt der Komödiant, „denn die Art der Leute und ihre Sprache hab ich einfach verinnerlicht.“
Aber erst mal zog es ihn nach dem Abitur zur Musik. Er studierte ein paar Jährchen Anglistik und Musik, bis er im Rocktheater „Kamikaze Orkester“ landete, mit so illustren Typen wie Piet Klocke, Andreas Kunze und Heinrich Schafmeister. „Da war nix mehr mit Studieren!“

Es folgte eine Reihe von Bands, in denen Sigi Domke immer mehr sein Händchen für komische Ansagen entdeckte. Da war der Schritt in Richtung Comedy folgerichtig. Richtig erfolgreich wurde er dann mit „Herbert Knebels Affentheater“, mit dem das Gründungsmitglied fünf Jahre auf der Bühne stand, und dem er bis heute als Autor verbunden ist. „Waren schon tolle Jahre, aber ich bin son bissken nervöser Typ. War dann irgendwann anstrengend. Und außerdem wiederhole ich mich nicht so gerne.“ Letzteres hat der Autor denn auch konsequent vermieden. Er hat ein paar Jahre das Essener „Theater Freudenhaus“ geleitet und so nebenbei die Ruhrgebietskomödie erfunden. Sein Klassiker „Freunde der italienischen Oper“ feiert im Jahr 2016 sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit weit über 1.000 meist ausverkauften Vorstellungen. Danach entstanden viele weitere beliebte Stücke für das „Freudenhaus“, aber auch Großproduktionen wie die „Ruhr Revue“.

Er hat diverse Bücher veröffentlicht, herzergreifende Lieder auf die Konzertbühne gebracht und einige seiner Theaterstücke selbst inszeniert. „Dafür, dass ich nix gelernt hab, hab ich ne ganze Menge gemacht!“, sagt das Multitalent schmunzelnd.

„Eine Menge gemacht“ hat er natürlich auch für unseren Mondpalast, denn Sigi Domke ist von Beginn an der Hausautor des Volkstheaters in Wanne-Eickel. Auch hier sind gleich mehrere Klassiker entstanden, wie der Erstling „Ronaldo & Julia“, die Revue „Wat ne herrliche Welt!“, das freche Multi-Kulti-Stück „Flurwoche“ oder die Weihnachtskomödie „Frohet Fest“. „Klar“, sagt der Autor, „da ist immer viel Ruhrgebiet drin, ist ja schließlich ein Ruhrgebietstheater, aber ansonsten ist jedes Stück ein Einzelstück! Die muss man einfach alle gesehen haben!“

Und privat? Da hat Sigi Domke ein Töchterchen großgezogen und lebt mit Frau Ulla mittlerweile etwas ländlich in Bochum. „Super hier!“, sagt der Schreiber und guckt, als hätte er schon wieder was Lustiges im Kopf.

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