Erst überrascht, dann begeistert: Neue Komödie "Glück aus" holt Premierengäste von den Sitzen!

Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Selten hat ein Satz so gut zu einer Mondpalast-Komödie gepasst wie bei der Premiere von "Glück aus - Wenn die Liebe hinfällt" am 22. November. Der Autor Sigi Domke und die beiden Regisseure Thomas Rech und Martin Zaik servierten den staunenden Gästen frisches, modernes Volkstheater. Der vergnügliche Cocktail - neues Bühnenbild, Video-Einspieler, eine reduzierte Besetzung und ein durchaus gewagter Schluss - mundete dem Publikum vorzüglich: "Selten so gelacht!" lauteten die ersten Kommentare der Premierengäste. Schon jetzt machen Domkes hinreißende "Glück aus"-Pointen und -Sprüche die Runde in der Mondpalast-Community.

Ursprünglich habe er die Premiere ja absagen wollen, scherzte Mondpalast-Theaterdirektor Marvin Boettcher bei der Begrüßung im vollbesetzten Mondpalast. Die Generalprobe und die Vorpremiere seien reibungslos gelaufen. Schon bei der Vorpremiere habe es stehende Ovationen gegeben. "Wir Theaterleute sind abergläubisch. Eine Generalprobe muss schiefgehen, damit bei der Premiere alles klappt." Den Aberglauben legte Boettcher jedoch nur zu gerne ab, und so kamen die Gäste in den Genuss eines besonderen Abends.

Die Ausgangssituation ist nur allzu bekannt: In der Ehe von Vera und Karl-Heinz Winter kracht es nach 30 Jahren gewaltig: Der Gatte, ein Bundesbahn-Beamter im Vorruhestand, legt daheim am liebsten die Füße hoch. Sie, als Versicherungsvertreterin weiterhin berufstätig, ist von seiner ständigen Anwesenheit nur noch genervt. Zu lange hat man das Problem ausgesessen, jetzt ist Schluss. Mit Silke Volkner als attraktive, scharfzüngige Vera und Martin Zaik als Karl-Heinz, bequem, wortkarg und stur, stehen zwei Vollblut-Volksschauspieler aus dem Ruhrgebiet in den Hauptrollen auf der Bühne – eine Idealbesetzung. „Dieses Ehepaar hat es sich in ihrem Alltag irgendwie eingerichtet zwischen Routine, ständigen Sticheleien und Streitigkeiten“, sagt Sigi Domke über seine Protagonisten, die beide seit den Anfangstagen am Mondpalast engagiert sind. Mit liebevollem Humor und treffsicheren Gags porträtiert er sie in in ihrem Beziehungslabyrinth, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Besonders berührend sind die leisen und zarten Momente zwischen den beiden Ehepartnern, die es trotz aller Wut aufeinander nicht fassen können, wie groß die Kluft zwischen ihnen geworden ist.

Als Karl-Heinz in Pension geht, ist das Paar aus dem Trott gekommen. Da hilft es auch nicht, dass der lange Lulatsch Theo (Axel Schönnenberg), Karl-Heinz‘ langjähriger Freund, bei jeder Gelegenheit von seiner beispielhaft harmonischen Ehe mit Dörte schwärmt. Auch Conny (Astrid Breidbach), Veras beste Freundin, ist als Dauer-Single mit Kurzzeit-Affären wenig hilfreich. Die Szene, in der Schönnenberg als Theo seinem Freund Karl-Heinz bei der Auswahl eines Dates im Internet beraten soll, ist einfach unfassbar komisch. Astrid Breidbach beweist als Conny ihr großes Gespür für Timing und setzt die Pointen so messerscharf, dass die Gäste ihre wahre Freude daran haben.

Als Töchterchen Lisa (frisch und jugendlich: Melanie Linka) ihren neuen, attraktiven Liebhaber Dennis (ein Hingucker: Dominik Brünnig) präsentiert, führt Vera dies die eigene partnerschaftliche Tristesse besonders deutlich vor Augen. Als sie in Karl-Heinz' Liebllingssessel einschläft, erscheint Dennis ihr in einem erotischen Traum, - eingespielt auf einem riesigen Bildschirm am Bühnenrand.

Die Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern eskalieren, da stößt Karl-Heinz im Internet auf den Paartherapeuten Dr. Markus-Maria Pohl (Heiko Büscher) mit eigenem Podcast und höchst sonderbaren Behandlungsmethoden. Diese Rolle zwischen Yoga-Baum und Gender-Akuratesse, zwischen Männer- und Frauenkleidern, zwischen Geschäfts- und Wahnsinn ist dem Publikumsliebling auf den Leib geschrieben, und er meistert sie auf seine unnachahmliche Weise. Pohls Versuch, mit dem Smartphone einen Podcast als Werbung aufzunehmen, scheitert so grandios, dass im Parkett Lachtränen fließen. Auch dabei kommt der Bildschirm zum Einsatz - genial gemacht.

Die Paartherapie bei Dr. Pohl funktioniert nicht. Bereits nach der ersten Sitzung trennt sich das Ehepaar – und muss sich „im besten Alter“ urplötzlich zurechtfinden zwischen Therapie-Couch und Handy-Flirt. Dass Tochter und Freunde die Trennung der beiden geradezu überschwänglich begrüßen, stößt den Eheleuten sauer auf. Damit haben sie nun gar nicht gerechnet.

Vera testet trotzdem ihren Marktwert und verabredet sich übers Internet auf ein Date mit Ansgar Schalloch (in papageiengelb und hinreißend schmierig: Axel Schönnenberg). Karl-Heinz versucht sein Glück bei der jungen Jasmin Trost (hübsch langhaarig, langbeinig und flatterhaft: Astrid Breidbach). Die Winters sind früher wieder zuhause als erwartet und registrieren erstaunt, dass auf dem Dating-Markt nicht alles Gold ist, was glänzt. Man kommt sich wieder näher. Wird es ein Happy End geben?

Das neue Bühnenbild des Mülheimers Marcel Stränger gibt der Komödie den passenden Rahmen. Nach Matthias Handrick und Arke Zeiß gibt er mit "Glück auf" sein Debüt in Deutschlands großem Volkstheater - und was für eins! Mit Hilfe einer Drehbühne und sorgsam ausgewählten Versatzstücken lässt Stränger immer neue Räume entstehen, in denen sich die Schauspieler bewegen: das Wohnzimmer, die Stammkneipe, die Disko, die Praxis des Therapeuten. Für einige Augenblicke bleibt die schwarze Bühne des Mondpalasts sogar komplett leer: Das ist der Moment, in dem Vera und Karl-Heinz allein am Bühnenrand stehen und sich ängstlich umschauen. Die Trennung ist vollzogen, um sie herum wird es düster, kalt und einsam. Ist es wirklich das, was sie wollen?

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