"Das Wunder von Wanne-Eickel": Mondpalast feiert 20. Geburtstag

An einem Mittwoch im Januar 2004 blickte Uli Wickert in den ARD-Tagesthemen live nach Wanne-Eickel. Dort eröffne Christian Stratmann mit „Ronaldo & Julia“, einer Fußballkomödie frei nach Shakespeare, gerade den Mondpalast, das erste und einzige Volktheater im Ruhrgebiet, verriet der Moderator. Damit begann am 28. Januar 2004 eine Erfolgsgeschichte, mit der damals wohl nur wenige rechneten. In diesem Jahr – 3.705 Tage, 25 Premieren und fast 1,3 Millionen Gäste später – feiert der Mondpalast seinen 20. Geburtstag. Unter seinem neuen Direktor und Eigentümer Marvin Boettcher, aber genauso kreativ, heiter, gefühlvoll und abenteuerlustig wie am ersten Abend.

Das schreiben die Medien:
"Das Wunder von Wanne-Eickel" (WAZ Kultur)
"Längst Kult." (Recklinghäuser Zeitung, Kultur)
"Das ist unser Abend." (WAZ Herne)
"Voll ins Schwarze getroffen." (Wochenblatt Herne)
"Herz-Theater. Alle hier auf der Bühne sind zum Liebhaben." (WAZ Herne)
"Eine deutschlandweit wohl einmalige Erfolgsgeschichte." (HalloHerne)


Am Jubiläumsabend (27. Januar 2024) prangte der Mond von Wanne-Eickel in hellem Schein am wolkenlosen Himmel über Deutschlands großem und seit Wochen ausverkauften Volkstheater. Im Inneren erstrahlte eine leuchtende Zwanzig. Vor der Fotobox am golden verhängten Eingang drängelten sich die Gäste, manche sogar in Fußball-Kluft, und überall herrschte allerbeste Laune. Selten wurde über ein Grußwort von OB Dr. Frank Dudda so herzlich gelacht wie an diesem Abend. Dieser richtete sich an Dr. Dagmar Goch, die im Publikum saß und vor über 20 Jahren - damals als Kulturdezernentin in Herne - Christian Stratmann den betagten Saalbau als Standort für sein Volkstheater schmackhaft gemacht hatte: "Du hast [Christian Stratmann] gar nicht erzählt, dass es hier überall reinzieht, dass die Leitungen gar nicht so in Bestform sind und dass man auf dieser Bühne eigentlich unmöglich 20 Jahre stehen kann. Aber irgendwie hat dat Dingen gehalten", zitiert die WAZ Herne den ersten Bürger der Stadt.

Kein Platz für Rassismus
Auf der Bühne gab es große Gefühle: Theaterdirektor Marvin Boettcher ehrte einen zu Tränen gerührten Prinzipal Christian Stratmann, ohne den es den Mondpalast von Wanne-Eickel nie gegeben hätte, mit einem goldenen Bühnenbild von "Ronaldo & Julia". Die Schauspieler Silke Volkner, Axel Schönnenberg und Martin Zaik, Ensemblemitglieder der ersten Stunde, freuten sich wie Bolle über eine Ehrenurkunde. Auf der Bühne verbeugte sich die große Theaterfamilie vor den Gästen. Und zum Abschluss gab es ein klares Bekenntnis gegen Rechts. Theaterdirektor Marvin Boettcher: "Auf, vor und hinter der Bühne arbeiten Menschen vieler Nationen. Unser Mondpalast ist bunt. Kultur braucht Vielfalt."

Feuertaufe auf Zeche Zollverein
Bereits am zweiten Januarwochenende 2024 ließ der Mondpalast seine Muskeln spielen: Zusammen mit seinem charmanten Bruder, dem RevuePalast Ruhr auf Zeche Ewald in Herten, stemmte der Mondpalast insgesamt acht Vorstellungen. Am Samstag und Sonntag konnten Fans den Mondpalast gleich doppelt sehen: Der Hochzeitsspaß „Ganz in Weiß!?“ wurde im Theater gezeigt, das Herzensderby „Ronaldo & Julia“ zur gleichen Zeit in Halle 12 auf Zeche Zollverein in Essen. Marvin Boettcher, seit Mai 2023 alleinverantwortlicher Eigentümer der beiden Paläste: „Wir haben an einem Wochenende 3.000 Gäste perfekt unterhalten. Überall gab es Standing Ovations. Die beiden Mondpalast-Ensembles haben ihre Feuertaufe bestanden. Das gab’s bisher noch nie!“

Wanne-Eickel – die richtige Standortentscheidung
Wer hätte einen solchen Erfolg im Januar 2004 für möglich gehalten? An die Unkenrufe („Ein Theater in Wanne-Eickel – das kann nicht funktionieren!“) kann sich Prinzipal Christian Stratmann noch gut erinnern. „Meine Entscheidung, Wanne-Eickel als Standort zu wählen und das Haus ohne Subventionen als Privattheater zu führen, war genau die richtige,“ sagt der 72-jährige heute über sein Lebenswerk. Der erfahrene Kulturmacher und leidenschaftliche Gastgeber entwickelte das Konzept, gewann Unterstützer, führte das Haus als Privattheater durch größte Erfolge und gab seiner Theaterfamilie auch in dunkler Zeit Zuversicht, als im Corona-Lockdown alle Lichter ausgehen mussten.

Modernes Gästemanagement
Von Anfang an setzte Stratmann auf moderne Möglichkeiten des Gästemanagements: Er arbeitete mit Marketingexperten der Fachhochschule Gelsenkirchen zusammen, führte Gästebefragungen durch und ließ die Ergebnisse in einer Datenbank auswerten, um sie für weitere Planungen zu nutzen: „Wir waren unserer Zeit immer weit voraus“, sagt Stratmann heute. Es zeigte sich, dass die Komödien von Hausautor Sigi Domke unter der Regie von Gründungsintendant Thomas Rech Menschen in den Mondpalast führten, die sonst kein klassisches Theater besuchen. Sie bejubelten zehn festangestellte Schauspielerinnen und Schauspieler, von denen viele seit Jahren im Mondpalast auf der Bühne stehen. Mit Silke Volkner, Susi Fernkorn, Axel Schönnenberg, Heiko Büscher und Martin Zaik profilierten sich nicht nur echte Publikumslieblinge, sondern auch die ersten Volksschauspielerinnen und -schauspieler des Ruhrgebiets.

Kann man auch lachen?
Gefürchtet war bei den Proben für neue Komödien Stratmanns Frage: „Kann man auch lachen?“ Amüsement und Humor waren ihm stets sehr wichtig. Genauso wichtig aber war ihm „Unterhaltung mit Haltung“. Alle Komödien verhandeln – ohne jeden Zeigefinger – aktuelle ethische und moralische Fragen: zum Beispiel in "Ronaldo & Julia" den Hass gegnerischer Fußballfans, in "Auf der Wilden Rita" Liebe und Leidenschaft im Alter, in der "Flurwoche" die Vorurteile gegenüber Menschen mit Einwanderungshintergrund, im "Waschtag" die Wegwerfgesellschaft und in "Glück aus" Eheprobleme im Ruhestand.

Prinzipal, Berater, Gästeversteher
Seit nunmehr 20 Jahren steht der Mondpalast von Wanne-Eickel auf seine Weise für „modernes Volkstheater“. Die Corona-Lockdowns jedoch hatten Christian Stratmann viel Kraft gekostet. Er wünschte sich „Freiheit ohne Verantwortung“, wie er in einem Interview bekannte. In dem Theatermanager Marvin Boettcher (37) aus Herne, der bereits während seines Studiums erste Kontakte zu Stratmanns Palastkosmos knüpfte, fand der Essener im Mai 2023 einen Nachfolger, bleibt den Häusern als Prinzipal in beratender Funktion und als „Gästeversteher“ am Einlass erhalten.

Eine neue Generation der Theatermacher
Marvin Boettcher steht für die neue, junge Generation der Theatermacher. Die aktuellen Komödien „Ganz in Weiß!?“ und „Glück aus“ fanden bereits unter seiner Federführung statt. Boettcher verpflichtete einen neuen Bühnenbildner, gab grünes Licht für neue Impulse bei der Inszenierung und den Einsatz von Videosequenzen. Das kam gut an – bei den Gästen und den Medien. Die Auslastung des Hauses in den ersten Monaten des Jubiläumsjahres gibt Boettcher Recht. Nicht nur die Newcomer sind bis ins Frühjahr hinein gut gebucht, auch die Kultklassiker von „Ronaldo & Julia“ bis „Auf der Wilden Rita“ erfreuen sich regen Gäste-Interesses. In Zukunft will Marvin Boettcher den Mondpalast im Ruhrgebiet noch präsenter machen. Er setzt auf einen gezielten Marketingmix aus digitalen Instrumenten wie z.B. Newsletter oder Social Media mit persönlicher Ansprache bei lokalen Events wie Lecker in Eickel, wewole Adventsmarkt und Cranger Kirmes, ergänzt durch Messeauftritte in Essen und Dortmund.

 

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Telefon: 02325 - 588 999 Telefax: 02325 - 65 08 200
Eingang Mondpalast
Mondpalast von Wanne-Eickel

Wilhelmstraße 26
44649 Herne

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