"Waschtag" feiert "rauschende Premiere"

Auf diese Momente musste der Mondpalast von Wanne-Eickel, Deutschlands großes Volkstheater, fast zweieinhalb Jahre warten: Am 30. September hob sich der Vorhang für "Waschtag - eine Nachbarschaft im Schleudergang", die neue Komödie von Sigi Domke, diesmal unter der Regie von Mondpalast-Dramaturg Philipp Regener. Ins Schleudern jedoch kam das hochmotivierte Ensemble keine Sekunde lang: Zwei Stunden lang zündeten die Publikumslieblinge im ausverkauften Haus eine Pointe nach der anderen. Die Gäste bedankten sich mit Bravorufen, Szenenapplaus und Standing Ovations zum Schluss. "Sensationell, wir haben jede Sekunde genossen", hörte auch Prinzipal Christian Stratmann beim Abschied an der Theatertür. Und: "Endlich konnten wir mal wieder unbeschwert lachen!"

Dabei verhandelt der "Waschtag" auf höchst vergnügliche Weise ein durchaus ernstes Thema: den geplanten - oder gefühlten - vorzeitigen Verfall technischer Geräte kurz nach der Garantiezeit mit dem Ziel, Verbraucher zu immer neuen Käufen zu verleiten. Weil ihre Hightech-Waschmaschinen zuhause kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist reihenweise den Geist aufgeben, versammelt sich ein kunterbuntes Völkchen im letzten Wanne-Eickeler Waschsalon, wo uralte Geräte auch nach 30 Jahren unverdrossen einweichen, waschen und schleudern. Der Salon gehört "Peder Gönsch" alias Peter König (beherzt sächselnd: Ekki Eumann), der die alten Schätzchen auf dem Dach seines Trabi  aus Nischni Nowgorod in den Westen transportiert hat.

Zwischen Bierpulle und Anbaggerei
Im Waschsalon König waschen Lars Bäumchen, der alleinerziehende Zwillingsvater (zum Verlieben: Dominik Brünnig) übelriechende Öko-Windeln und die arbeitssuchende Sheela Nymeier (jung und frisch: Melanie Linka) ihr Bewerbungskostümchen. Der Biker Edi Patzek (erzkomödiantisch: Heiko Büscher) braucht fürs nächste Motorradtreffen dringend eine saubere Kutte. Die Rolle des zwischen Bierpulle und Anbaggerei pendelnden pummligen Harley-Fahrers ist Büscher buchstäblich auf den Leib geschrieben - zum großen Vergnügen des Publikums.

Szenen einer toxischen Ehe
Riesenapplaus gibt es immer wieder für Irmgard und Friedhelm Krösken (megabiestig: Astrid Breidbach, überraschend zurückhaltend: Martin Zaik) für die Szenen einer toxisch gewordenen Ehe beim Wäschesortieren. Auch Susanne Fernkorn gelingt es, in ihrer Rolle der hochnäsigen, verwöhnten und zutiefst unglücklichen Kundin Patricia Storck Komik und Tiefe zu vereinen. Die patente, dezent freche Nachbarin gibt in Perücke, rosa Hosenanzug und Pumps Andreas Wunnenberg als "der, die, das" Toni, eine Transgender-Figur, die das Chaos im "Steinzeit-Waschsalon" charmant ausbalanciert und die Nachbarn auf gute Ideen bringt.

Die Extra-Meile gehen
Das opulente Bühnenbild von Arke Zeiß ist ein Hingucker für sich. Seine Aufbauten teilen die Mondpalast-Bühne geschickt in zwei Teile und lassen sie gleichzeitig viel größer wirken. Wie Barrikaden erheben sich die Waschmaschinen in der Mitte. Ihre Trommeln wechseln thematisch passend die Farbe. Darüber weht Wäsche an einer Wäscheleine. Auf der linken Seite blickten die Gäste durch ein riesiges Fenster in das Konzernbüro der SupTec. Dort tut die High-Potential-Vertrieblerin Heidelinde Hornig (urkomisch: Silke Volkner) alles, um die viel zu hoch geschraubten Verkaufszahlen der Konzernmutter zu erfüllen. Rund um die Uhr bereit, "die Extra-Meile zu gehen", spült sie den drohenden Burn-out heimlich mit Alkohol herunter. Ihren täglichen Frust lasst sie an Mitarbeitenden und Bewerberinnen aus. Dass 99 Prozent der Linux C24, ihres Verkaufsschlagers, kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputtgehen, löst bei Heidelinde pure Begeisterung aus: "100 Prozent wären noch besser. Die Leute sollen schließlich kaufen, kaufen, kaufen." Hornigs Gegenspieler ist der Monteur Werner Biermann (herrlich knorrig: Axel Schönnenberg). Der Mann mit den "heilenden Händen" ist in beiden Welten zuhause: Im Kundendienst der SupTec kämpft er gegen Windmühlen, von Reparatur will da niemand etwas hören. Im Waschsalon König jedoch bringt er Spieluhren wieder zum Klingen, lässt die Kaukasus-Ungetüme mit wuchtigen Hammerschlägen wieder schleudern und prüft ihr Wohlergehen mit einer Stimmgabel.

Die Welt ein bisschen besser machen
Eine Mondpalast-Komödie wäre nicht komplett ohne Happy End, in dem Hausautor Sigi Domke souverän alle Fäden des unterhaltsamen Spiels zum Guten zusammenführt. Die Wut über kaputte Waschmaschinen findet ein Ventil in der Eröffnung eines Repair- und Tausch-Cafés plus Internet-Kampagne für mehr Nachhaltigkeit: "Verarscht uns nicht mit eurem digitalen Killefitt," skandiert die vereinte Nachbarschaft und ruft zum Boykott auf. Das Publikum sympathisiert und bedankt sich mit Riesenapplaus. "Mein Ziel ist, dass die Welt auf der Bühne am Ende einer Komödie ein bisschen besser ist als als am Anfang", sagt Sigi Domke. Mit dem "Waschtag" hat er dieses Versprechen eingelöst.

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